BPI warnt stark vor GKV-Stabilisierungsgesetz: Innovation und Wertschöpfung leiden

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BPI-Chef Oliver Kirst kritisiert die Verabschiedung des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes als kurzfristigen Sparkurs ohne tiefgreifende Strukturreform. Er warnt, dass verpflichtende Zwangsrabatte, erhöhte Herstellerabschläge und strikte Preis-Mengen-Regelungen Investitionen einschränken, Innovationsanreize schwächen und die pharmazeutische Wertschöpfungskette belasten. Statt alleiniger Kostendämpfung schlägt der BPI das Konzept ‚Gute Gesundheit 2030‘ mit vier Schwerpunkten vor: Prävention, Innovationsförderung, Digitalisierung und nachhaltige Finanzierung für ein zukunftsfähiges System. Sie zielt auf Effizienzsteigerung, Erhalt von Forschungsanreizen und Arbeitsplatzsicherung für langfristige Stabilität.

Bundestag setzt auf Kostendämpfung statt Effizienzsteigerung und umfassender Strukturreform

Mit der Verabschiedung des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes im Bundestag richtet sich der Blick laut BPI vornehmlich auf kurzfristige Ausgabenkürzungen statt auf grundlegende Reformansätze. Laut Oliver Kirst besteht die zentrale Herausforderung im deutschen Gesundheitswesen nicht in der Finanzierung, sondern in der ineffizienten Gestaltung von Prozessen und Strukturen. Durch punktuelle Einsparmaßnahmen würden nur Symptome bekämpft, während die zugrundeliegenden Ursachen unbeachtet bleiben. Eine nachhaltige Leistungssteigerung erfordere daher eine tiefgreifende Neuorganisation aller Abläufe und Finanzierungsmodelle umfassend.

GKV-Stabilisierungsgesetz verschärft aktuell Druck auf Pharmaindustrie mit 35 Preis-Instrumenten

Mit rund 35 neuen Preis- und Absatzregelungen erhöht das Gesetz die Belastung für die pharmazeutische Industrie deutlich. Es führt verpflichtende Rabattverträge für Patentarzneimittel ein, steigert die Herstellerabschläge von bisher sieben auf 15,5 Prozent und verschärft zudem die Abschläge für Impfstoffe. Eine strengere Preis-Mengen-Regelung legt fest, wie viele Arzneimittel abgegeben werden dürfen. Insgesamt zielen diese Maßnahmen vor allem auf unmittelbare Kostensenkungen ab, statt langfristig Effizienz zu fördern und Innovationsanreize zu sichern.

Pro zusätzlichem Euro Zwangsrabatt gehen gesamtwirtschaftlich 3,80 Euro verloren

Eine Zwangsrabattregelung belastet nicht nur Pharmahersteller unmittelbar, sondern sorgt laut BASYS-Gutachten auch für einen Verlust von 3,80 Euro gesamtwirtschaftlicher Wertschöpfung je eingespartem Euro. Diese Hebelwirkung beeinträchtigt Forschungslabore, Zulieferbetriebe und Dienstleister, weil geringere Erlöse Investitionen reduzieren. Folglich entstehen Arbeitsplatzverluste, weniger Mittel für Innovationen und sinkende Entwicklungskapazitäten. Ohne Gegenmaßnahmen droht ein Teufelskreis, der den Innovationsstandort Deutschland nachhaltig schwächt. Langfristig verringern sich Budgets für klinische Studien, wodurch neue Therapien verzögert oder unmöglich werden.

BPI präsentiert Konzept Gute Gesundheit 2030 mit vier Handlungsfeldern

Die Initiative „Gute Gesundheit 2030“ des BPI bündelt gemeinsam mit mehr als zwanzig Gesundheitsakteuren Maßnahmen für ein leistungsfähiges Gesundheitssystem. Der konzeptionelle Rahmen adressiert vier wesentliche Bereiche: Präventive Strategien zur Stärkung der Gesundheitsvorsorge, gezielte Fördermodelle für pharmazeutische Innovationen, digitale Prozesse zur Optimierung von Abläufen sowie eine nachhaltige Finanzierungsstruktur. In diesem Jahr hat die Finanzkommission Gesundheit ihre Arbeit aufgenommen, um darauf aufbauend konkrete Reformvorschläge zu erarbeiten und die Zukunftsfähigkeit der Gesundheitsversorgung sicherzustellen.

Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz reduziert kurzfristig die finanziellen Belastungen der gesetzlichen Krankenkassen, indem es Zwangsrabatte auf Arzneimittel und erweiterte Preis-Mengen-Regelungen vorsieht. Laut BASYS-Gutachten führt dieser Ansatz jedoch zu erheblichen Einbußen an gesamtwirtschaftlicher Wertschöpfung sowie Innovations- und Investitionskapazität. Eine nachhaltige Leistungssteigerung erfordert stattdessen eine umfassende Strukturreform. Das vom BPI vorgeschlagene Modell „Gute Gesundheit 2030“ setzt auf Prävention, Digitalisierung, Innovationsförderung und langfristige Finanzierungsstrategien, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Konzentration auf koordinierte öffentliche und private Partnerschaften.

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