Unterschied: Berufsunfähigkeit vs. Erwerbsunfähigkeit

Unterschied: Berufsunfähigkeit vs. Erwerbsunfähigkeit

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Der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit ist beachtlich, trotzdem verwechseln manche Arbeitnehmer die beiden Begriffe miteinander. Das kann für den Ein oder Anderen schimme Folgen haben .

Der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit kurz erklärt

Der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit kann große Auswirkungen auf die Rente haben, denn nicht jeder Berufstätige, der berufsunfähig ist, ist gleichzeitig auch erwerbsunfähig, obwohl beide Dinge mitunter auch gemeinsam auftreten können. Gut zu wissen, wo die Unterschiede liegen.

Dieser kleine Überblick kann helfen:

Berufsunfähigkeit Erwerbsunfähigkeit
Berufsunfähig ist, wer in seinem bisherigen oder erlernten Beruf nicht mehr oder für mindestens 6 Monate nicht mehr arbeiten kann. Erwerbsunfähig ist, wer aufgrund einer geistigen oder körperlichen Behinderung so stark eingeschränkt ist, dass er nicht mehr am Berufsleben teilnehmen kann.
Berufsunfähig ist, wer trotzdem einen anderen Beruf ausüben kann. Erwerbsunfähig ist, wer keinen anderen Beruf ausüben kann.
Als voll erwerbsgemindert gilt derjenige Arbeitnehmer, der weniger als drei Stunden täglich einer Arbeit nachgehen kann.
Als teilweise erwerbsgemindert gelten Arbeitnehmer, die weniger als sechs Stunden täglich einer Arbeit nachgehen können.

 

Übrigens: Die Bundesregierung hat in den letzten Jahren den staatlichen Schutz im Falle einer Berufsunfähigkeit immer weiter eingeschränkt. Heute sind nur noch diejenigen Arbeitnehmer durch eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsversicherung abgesichert, die vor dem 1. Januar 1961 geboren sind. Alle anderen Arbeitnehmer sollten sich privat für den Fall einer Berufsunfähigkeit absichern.

Denn tritt die wirklich ein, gilt für sie nur noch die gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Und das auch nur, wenn sie als erwerbsunfähig oder erwerbsgemindert eingestuft werden. Arbeitnehmer, die lediglich als berufsunfähig gelten, können von keiner staatlichen Rente profitieren.

Der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit kann große Auswirkungen auf die Rente haben, denn nicht jeder Berufstätige, der berufsunfähig ist, ist gleichzeitig auch erwerbsunfähig, obwohl beide Dinge mitunter auch gemeinsam auftreten können. (#01)

Der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit kann große Auswirkungen auf die Rente haben, denn nicht jeder Berufstätige, der berufsunfähig ist, ist gleichzeitig auch erwerbsunfähig, obwohl beide Dinge mitunter auch gemeinsam auftreten können. (#01)

Kein Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit bei der privaten Vorsorge

Der Staat hat die Unterstützung für Arbeitnehmer, die berufs- oder gar erwerbsunfähig sind, in den letzten Jahren immer weiter eingeschränkt. Aber auch wer vor dem 1. Januar 1961 geboren ist und damit Anspruch auf eine staatliche Berufsunfähigkeitsversicherung hat, oder Erwerbsminderungsrente erhält, wird große finanzielle Einbußen in Kauf nehmen müssen. Daher sollte sich jeder Arbeitnehmer frühzeitig Gedanken über eine private Versicherung machen.

Denn grob gesagt gilt: Die volle Erwerbsminderungsrente liegt bei etwa der Hälfte des letzten Nettoeinkommens, die halbe Erwerbsminderungsrente sogar nur bei einem Viertel. Wer also im Falle einer Erwerbsunfähigkeit seinen Lebensstandard halten möchte, wird nicht daran vorbeikommen, eine private, zusätzliche Versicherung abzuschließen.

Video: WISO TIPP zur Berufsunfähigkeit

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung

Gerade jüngere Menschen sollten über eine private Vorsorge nachdenken, da sie im Gegensatz zu älteren Semestern vom Gesetzgeber im Falle einer Berufsunfähigkeit oder gar Erwerbsunfähigkeit nicht mehr so stark abgesichert sind.

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt in der Regel dann, wenn der Arbeitnehmer für einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten gar nicht mehr, oder nur noch zu 50% seiner bisherigen Arbeit nachgehen kann. Der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit liegt auch hier wieder darin, dass man auch dann Leistungen aus der Versicherung erhält, wenn man theoretisch noch eine andere Arbeit ausüben könnte. Wer also selbst vorgesorgt und eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hat, der kann sich im Fall der Fälle darüber freuen, gut abgesichert zu sein und sich keine finanziellen Sorgen machen zu müssen.

Der große Vorteil dabei: Wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt, kann man sich in aller Ruhe auf die Suche nach einem neuen Betätigungsfeld machen und vielleicht sogar über eine Umschulung nachdenken.

Die private Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Zur Erinnerung: Arbeitnehmer, die nach dem 1. Januar 1961 geboren sind, sind gut beraten, private Vorsorge für den Fall einer Berufsunfähigkeit oder gar einer Erwerbsunfähigkeit zu treffen. Der Unterschied zwischen einer Berufsunfähigkeit- und einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung im Hinblick auf eine private Absicherung besteht darin, dass eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung in der Regel viel günstiger abgeschlossen werden kann.

Der Grund ist einfach: Die Versicherung muss nur im Falle einer vollkommenen Erwerbsunfähigkeit oder teilweisen Erwerbsminderung zahlen und die kommt in der Realität eher selten vor. Daher ist es ratsam, sich vorab gründlich zu überlegen, ob man mit einer teureren Berufsunfähigkeitsversicherung nicht doch besser abgesichert ist, als mit einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung.

Video: Was sich bei der Erwerbsminderungsrente ändert

Erwerbsunfähigkeit: So können Sie die Rente erhalten

Wer eine Erwerbsunfähigkeitsrente beantragen und auch erhalten möchte, bei dem müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Das gilt für medizinische Gründe, warum man nicht mehr arbeiten kann, als auch für versicherungstechnische Voraussetzungen. Liegen diese Gründe vor, kann man in der Regel eine Erwerbsunfähigkeitsrente beziehen. Diese wird gezahlt, bis das eigentliche Rentenalter erreicht wird.

Zusätzlich zu den medizinischen Gründen, die bereits erläutert wurden, kommen also Fragen zum Versicherungsstatus, die bei jedem Antrag geprüft werden.

Diese umfassen:

  • Den Versicherungszeitraum: Mindestens fünf Jahre muss man vor dem Antrag der Erwerbsunfähigkeitsrente versichert gewesen sein.
  • Den Zeitraum der Pflichtzahlungen: Von diesen fünf Jahren müssen mindestens drei Jahre lang Beiträge in die Versicherung geflossen sein
Ein weiterer Unterschied der Berufsunfähigkeits- zur Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist die Gesundheitsprüfung. Alle Interessenten, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen wollen, müssen zunächst diese Prüfung durchlaufen. (#02)

Ein weiterer Unterschied der Berufsunfähigkeits- zur Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist die Gesundheitsprüfung. Alle Interessenten, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen wollen, müssen zunächst diese Prüfung durchlaufen. (#02)

Teilweise Erwerbsminderung: Wer nicht mehr voll arbeiten kann, wird unterstützt

Neben dem klassischen Fall einer kompletten Erwerbsunfähigkeit, gibt es auch Fälle, in denen die Arbeitnehmer nur noch eingeschränkt ihrer Arbeit nachgehen können: Von einer teilweisen Erwerbsminderung spricht man dann, wenn der Arbeitnehmer zwar nicht mehr Vollzeit, oder sechs Stunden täglich, dafür aber noch drei oder mehr Stunden am Tag arbeiten kann. Bei einer Rente bei Erwerbsminderung soll das Einkommen ausgeglichen werden, das nun wegfällt. Daher wird meist Einkommen, das noch erarbeitet werden kann, auf die Rente angerechnet.

Sollte Ihnen bei teilweiser Erwerbsminderung (sie können mindestens drei Stunden, aber weniger als sechs Stunden täglich arbeiten) kein Teilzeitarbeitsplatz zur Verfügung stehen und Sie auch nach langer Suche keinen entsprechenden Arbeitsplatz finden, kann man davon ausgehen, dass Ihnen der Zugang zum Arbeitsmarkt verschlossen ist. In diesem Fall haben Sie dann einen Anspruch auf die volle Rente bei einer Erwerbsminderung. Dieser Rentenanspruch verfällt jedoch, wenn Sie mehr als sechs Stunden täglich arbeiten können. In diesem Fall spielt die konkrete Situation am Arbeitsmarkt keine Rolle.

Video: Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit – Die Unterschiede

Der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit im Hinblick auf die Höhe der Zahlungen

Wer erwerbsunfähig wird, hat unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf eine Erwerbsunfähigkeitsrente, wie sie früher genannt wurde, denn am 1. Januar 2001 trat eine Gesetzesänderung in Kraft. Seit diesem Datum gibt es die Erwerbsunfähigkeitsrente nicht mehr. Diese wurde durch die Erwerbsminderungsrente ersetzt. Da der Gesetzgeber zwischen voller und teilweiser Erwerbsunfähigkeit unterscheidet, gibt es auch einen Unterschied im Hinblick auf die Höhe der jeweiligen Rentenzahlungen.

Folgende Faktoren werden in die Berechnung mit einbezogen:

  • Volle oder teilweise Erwerbsminderung
  • Zahl der Beitragsjahre
  • das Lebensalter des Antragstellers
  • die Höhe des durchschnittlichen Einkommens (bei der Berechnung der Erwerbsminderungsrente wird das durchschnittliche Einkommen der letzten drei Jahre herangezogen)

Im Unterschied zur Erwerbsunfähigkeits- oder Erwerbsminderungsrente, kann man die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente selbst bestimmten. Da es sich bei der Berufsunfähigkeitsversicherung um eine private Versicherung handelt, hat der Versicherte hier die freie Wahl, in welcher Höhe er im Fall der Fälle eine Rente beziehen möchte. Natürlich schlägt sich eine höhere Rente in höheren Beiträgen zur Berufsunfähigkeitsversicherung nieder.

Nicht nur die Höhe, auch die Laufzeit der Rente kann man bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung selbst festlegen – das ist ein weiterer Unterschied zur Erwerbsunfähigkeitsrente. Es wird jedoch empfohlen, die Rentenzahlungen so festzulegen, dass sie notfalls bis zum Eintritt des herkömmlichen Rentenalters (meist 68. Lebensjahr) reichen. Wer kürzere Laufzeiten vereinbart, begibt sich in die Gefahr einer Versorgungslücke.

Ein weiterer Unterschied der Berufsunfähigkeits- zur Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist die Gesundheitsprüfung. Alle Interessenten, die eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen wollen, müssen zunächst diese Prüfung durchlaufen. Danach entscheidet der Versicherer über die Höhe der Beiträge und darüber, ob er dem Interessenten überhaupt eine Versicherung anbieten möchte.


BIldnachweis:© Shutterstock-Titelbild: _Firma V -#01: g-stockstudio  -#02: NakoPhotography  -#03: Olesia Bilkei

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Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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